32 – das ist die Zahl, die Lothar Feulner und Dr. Wolfgang Meyer dieses Jahr beschäftigt. Auf 100 Mitglieder sollen die Wirtschaftsjunioren Bayreuth nach Vorstellung des neu gewählten Präsidiums anwachsen. 68, die Betriebe mit immerhin gut 1400 Mitarbeitern repräsentieren, sind es momentan.
Für Feulner, der nach einem Jahr als Vizepräsident zum Präsidenten aufgerückt ist, liegen die Vorteile auf der Hand. Die Organisation bietet mit rund 10 000 Mitgliedern in Deutschland und Hunderttausenden weltweit ein schier unerschöpfliches Netzwerk. Feulner selber, der erst seit drei Jahren Wirtschaftsjunior ist, hat das in seiner Tätigkeit als Einkaufsleiter bei der Firma Lufttechnik Bayreuth (Goldkronach) bereits wichtige Dienste geleistet. „Ob Bamberg oder Singapur – man findet schnell einen Ansprechpartner“, so Feulner, der noch folgendes Bild parat hat: „Wenn man es nur an den Kontakten misst, dann wird Bayreuth für einen Wirtschaftsjunioren plötzlich zum Dorf.“
Ein Jahr wird Feulner Präsident sein, dann stehen die Chancen für seinen Vize Meyer gut, aufzurücken – ein Gesetz der Serie sozusagen. Wie es bei den IHK-nahen Wirtschaftsjunioren überhaupt einige Regeln zu beachten gilt. Unternehmer – gern auch Ein-Mann-Unternehmer, so Feulner – oder Führungskraft muss man schon sein. „Trau keinem über 40.“ So könnte man die Alters-Höchstgrenze umschreiben. Meyer, der kaufmännischer Geschäftsführer der Bayreuther Porzellanfabrik Walküre ist, weist aber umgehend darauf hin, dass jeder anschließend als sogenanntes Fördermitglied weiter willkommen ist. Die Dauer der aktiven Karriere ist durch diese Voraussetzungen aber begrenzt. Das derzeit jüngste Mitglied ist 28.
Einen Schwerpunkt haben sich die Bayreuther Wirtschaftsjunioren in der Arbeit mit Jugendlichen gesetzt. Für die Albert-Schweitzer-Schule haben sie eine Patenschaft übernommen, wollen mit verschiedenen Aktionen erreichen, dass nicht nur möglichst viele Schüler den Hauptschulabschluss schaffen, sondern dann auch wirklich reif für eine Ausbildung sind.
Bewerbungstraining
Am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium werden zudem regelmäßig praxisnahe Bewerbungstrainings für die Elftklässler durchgeführt. „Wenn die Jugendlichen in einem unter Echt-Bedingungen simulierten Bewerbungsgespräch zwei von unseren Führungskräften gegenübersitzen, merken sie oft erst, was da auf sie zukommt – und können wertvolle Erfahrungen und Tipps mitnehmen, die ihnen helfen, wenn es dann wirklich drauf ankommt“, so Feulner. Und es ist auch schon vorgekommen, so Meyer, dass einem wirklich guten Schüler gleich eine Lehrstelle angeboten wurde. Das simulierte als echtes Bewerbungsgespräch sozusagen. Ausbildungsmessen und Ausbildungstag runden das Engagement in diesem Bereich ab.
Die Mitglieder selber profitieren von internen Seminaren oder auch mal von ganz ausgefallenen Veranstaltungen. So ist laut Feulner ein Speed-Networking in einem Autohaus geplant, das Feulner so beschreibt: „Zwei rein ins Auto, Türen zu, und dann fünf Minuten reden.“ Ebenfalls außergewöhnlich: ein Seminar im Kloster Waldsassen zum Thema christliche Unternehmensführung.
Von Stefan Schreibelmayer erschienen im Korbayerischen Kurier am 05.02.2010
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