Fit für die erste Bewerbung

Die Bayreuther Wirtschaftsjunioren üben mit Schülern des MWG, wie man ein Bewerbungsgespräch führt

WJ-Bayreuth beim Bewerbungsgespraech im MWG Bayreuth

WJ-Bayreuth beim Bewerbungsgespraech im MWG Bayreuth

Eine wirklich gute Bewerbung zu schreiben, ist schon eine Wissenschaft für sich. Doch die Checkliste dafür bekommen wir alle irgendwann im Unterricht. Wie aber ein Bewerbungsgespräch abzulaufen hat, kann man in der Theorie kaum üben – dafür aber umso besser in der Praxis.

Die Möglichkeit, ein Bewerbungsgespräch unter Echt bedingungen zu trainieren, haben momentan die Schüler der Q 11 am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium (MWG). In ihrem P-Seminar steht das Thema Bewerbung und Bewerbungsgespräch auf dem Programm. Um die Lehrer zu entlasten und den Schülern fachmännische Tipps geben zu können, kümmern sich die Bayreuther Wirtschaftsjunioren um das Projekt.

Experten im Einsatz

„Lehrer müssen schon Mathe, Deutsch und Physik geben – dann können wir beim Bewerbungstraining helfen“, erklärt Marko Ahrens, der bei den Wirtschaftsjunioren für den Arbeitskreis Schule und Wirtschaft zuständig ist. „Seit 15. Januar laufen die Bewerbungsgespräche“, erklärt sein Kollege Lothar Feulner, Präsident der Vereinigung junger Unternehmer und Führungskräfte. Nach und nach kommt jeder aus der Q 11 dran.
Jetzt ist es für Lena so weit. Ihre Bewerbungsmappe mit Anschreiben und Lebenslauf liegt den beiden Führungskräften Ahrens und seiner heutigen Kollegin, der Ausbildungsleiterin der Sparkasse Bayreuth, Grit Nather, vor. Sie sind nun für eine Viertelstunde lang Lenas potenzielle und fiktive Chefs, bei denen sie sich auf eine ebenfalls fiktive Ausbildungsstelle zur Logopädin beworben hat. Die beiden Experten fühlen ihr auf den Zahn: Warum sie denn Logopädin werden will und wie sie darauf gekommen ist, wollen sie wissen. Aber auch, wo Lena ihre eigenen Stärken und Schwächen sieht.

Gute Bewertungen

Die Gymnasiastin beantwortet alle Fragen ruhig und sagt nach dem Gespräch: „Das war entspannter als gedacht.“ Auch das Feedback der beiden „Vorgesetzten“ fällt positiv aus: Lena habe eine gute Körperhaltung gezeigt, was sehr wichtig sei, und habe zudem auch mit ihren Bewerbungsunterlagen überzeugt. Auf die gibt es – im Gegensatz zum Gespräch selbst – übrigens auch eine Note. Und so freuen sich Ahrens und Nather, dass Lena mit einem Lächeln das Klassenzimmer verlässt.

Der Nächste im Bunde ist Tobias. Er hat sich auf eine Stelle als Architekt beworben. Da das ohne Studium nicht geht, wird sein Bewerbungsgespräch einfach ins Jahr 2016 verlagert.
Tobias erklärt, dass er Lust auf einen kreativen Job habe und freundlich und ehrlich sei. Zudem könne er als Mittelfeldspieler „gut Bälle zuspielen und annehmen“ – auch im Berufsleben. Das kommt bei den Chefs gut an. Auch für den angehenden Architekten haben sie viel Lob übrig. Bloß die Gestaltung seiner Bewerbungsmappe hätte noch ein bisschen kreativer ausfallen können.
Letztlich hat aber auch Tobias Grund zur Freude: Mit seinem guten Auftreten müsse er sich keine Sorgen machen, dass für ihn später mal „ein Bewerbungsgespräch so richtig danebengeht.“

Ein Bericht Von Felicitas Wilke, erschienen am 15. Feb. 2010 im Nordbayerischen Kurier

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Lothar Feulner am 15 Feb 2010, Keine Kommentare

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